ENERTRAG BetriebsNews 1/24

Wer kennt ihn nicht, den inneren Zwiespalt im neuen Jahr zwischen „Alles optimieren“ und „Never change a running system“.

Mit dem Start unseres neuen Geschäftsjahres setzen wir die Segel für eine Zeit voller Innovationen und spannender Projekte. Viele freudige Meilensteine, wie die Eröffnung unseres neuen Warenlagers und der Spatenstich des neuen Bürogebäudes eindrucksvoll zeigen. Wir freuen uns zudem, unser Dienstleistungsportfolio erweitert zu haben.

Mit der Einführung von Drohneninspektionen für Betreiber von Windenergieanlagen ergeben sich viele Chancen. Diese Innovation ermöglicht es uns, noch effizienter und reproduzierbarer für Sie zu arbeiten, insbesondere angesichts der stetig wachsenden Anlagen. Jetzt auch für Türme.

In dieser BetriebsNews möchten wir Ihnen einen Einblick in unsere aktuellen Entwicklungen geben und Sie über unsere bevorstehenden Projekte informieren. Wir sind überzeugt, dass dieser Mix aus bewährten Partnerschaften und neuen Ideen den größten Mehrwert für unsere Kunden schafft.

Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre und freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit in den kommenden Monaten!

ENERTRAG Betrieb übernimmt technische Betriebsführung im Forschungspark WiValdi

Seit 2023 übernimmt ENERTRAG Betrieb die technische Betriebsführung im Forschungspark WiValdi. WiValdi befindet sich am Standort Krummendeich im Landkreis Stade, direkt an der Elbemündung. Stetige Winde aus der Hauptwindrichtung Westsüdwest zeichnen die Lage des Forschungsparks aus. Zwei Windenergieanlagen wurden zu Forschungszwecken bewusst hintereinander gebaut. Es handelt sich bei OPUS 1 und OPUS 2 um zwei identische Enercon E-115 EP3 Windenergieanlagen mit jeweils 4,26 MW Leistung, 150 Metern Höhe und 116 Metern Rotordurchmesser. Jede Anlage verfügt über etwa 1.300 Sensoren, die detaillierte Informationen, besonders über die Rotorblätter, liefern. Diese Anlagen sind weltweit einzigartig in der umfassenden Messtechnik, die von der Basis bis zur Blattspitze reicht. Zusätzlich zur fest eingebauten Sensorik können weitere Sensoren hinzugefügt werden, um Daten zu validieren und abzugleichen.

Für die Forschung ist die räumliche Anordnung der beiden Windenergieanlagen ein willkommenes Feld für die Sammlung von Daten, denn zur Erreichung der Ausbauziele für Windenergie ist es wichtig, zukünftig möglichst viele Anlagen auf kleinstem Raum aufzustellen. Besonders interessant ist die Messung des direkten Nachlaufs hinter der ersten Anlage und die Leistungsmessungen der zweiten Anlage in Verbindung mit den metereologischen Messungen. Dies gibt Aufschluss darüber, wie effizient man bei dichtester Aufstellung der Anlagen sein kann.

Für Andre Reichert, Leiter Betriebsdienste bei ENERTRAG Betrieb, besteht die Herausforderung darin "die Anlagen so zu betreiben, dass auch während und trotz der Forschungskampagnen eine höchstmögliche Einspeisung erzielt werden kann. Dies muss durch eine geschickte Betriebsführung unterstützt werden. Dabei ist eine optimale Zusammenarbeit von Forschenden, Überwachung, Betriebsführer und unserer Betriebsführungssoftware Powersystem entscheidend.“

Forschungsschwerpunkt: Messung des turbulenten Nachlaufs

Die aus kommerzieller Betreibersicht ungünstige, aus Forschungssicht hingegen interessante Konfiguration der beiden Windenergieanlagen (in Hauptwindrichtung hintereinander) lässt Untersuchungen und Experimente in der Nachlaufströmung zu. Um die Eigenschaften des turbulenten Nachlaufs detailliert zu erfassen, sind insgesamt fünf meteorologische Messmasten auf dem Forschungspark errichtet. In Hauptwindrichtung vor der OPUS 1 steht ein 150 Meter hoher, IEC-konformer Messmast. Die Sensorik auf diesem Messmast erfasst das einströmende Windfeld genau. Sobald das Windfeld auf OPUS 1 trifft, entsteht eine komplexe, turbulente Nachlaufströmung.

Diese Nachlaufströmung wird vom Messmasten-Array, bestehend aus drei Messmasten (100 m, 150 m und 100 m), erfasst, welches direkt in Hauptwindrichtung vor OPUS 2 platziert ist. Durch das Array lässt sich über die gesamte Rotorfläche von OPUS 2 das turbulente Windfeld erfassen, bevor es auf OPUS 2 trifft. Mit dieser Konfiguration ist es möglich, die Auswirkungen der Nachlaufströmung zu erforschen bzw. Methoden zur Reduzierung oder Ablenkung der Nachlaufströmung zur Erhöhung der Effektivität des gesamten Parks zu validieren.

Wir freuen uns ein Teil dieses Forschungsprojektes sein zu dürfen und sind sehr gespannt auf die Ergebnisse!

Inspektionsstelle erweitert Drohnendienstleistung

Fast täglich schwärmen unsere Spezialdrohnen ins Windfeld aus! ENERTRAG Betrieb zieht eine positive Bilanz in Bezug auf den Einsatz von Drohnen bei der Rotorblattinspektion inklusive Blitzschutzprüfung. Nun erweitern wir das Dienstleistungsportfolio mit einem nützlichen Add-on für Sie indem wir auch die Drohneninspektion von Türmen anbieten. Sicher, effizient und kostensparend – unsere hochauflösenden Bilder und Expertenberichte bieten Ihnen eine rundum sichere Lösung. Setzen Sie auf echte Innovation!

Der Interviewpartner:

-> Matthes Schachtner,
     Abteilungsleiter Technische Dienste

ENERTRAG Betrieb bietet seit Frühjahr die Drohneninspektion von Windturbinentürmen an. Was ist das Ziel?
Matthes Schachtner: Eine umfassende Turminspektion ist durch Seilkletterer sehr schwer durchzuführen, da sich im Anlagenmarkt hohe Turmhöhen, Hybridlösungen und alternative Betonturm-Ansätze etabliert haben. Wir sehen hier seit einigen Jahren Auffälligkeiten an verschiedenen Anlagen, die einen Inspektions- und Überwachungsbedarf bedeuten. Auf diese Entwicklung gehen wir mit unserer neuen Dienstleistung ein. Durch die Drohneninspektion gibt es heute eine sehr hochwertige, vollumfängliche und kostensparende Möglichkeit diese Inspektionen anzubieten.

Inwiefern reagieren Sie damit auch auf neueste Sicherheitsvorgaben oder neue nationale oder internationale Sicherheits-/Qualitätsstandards?
Matthes Schachtner: Qualitätsvorgaben und Sicherheitsstandards haben sich hier nicht nennenswert verändert. Ist aber eine Anlage von einer entsprechenden Auffälligkeit betroffen, dann besteht die Sorgfalts- und Überwachungspflicht für den Betreiber. Aktuell wird diese Sorgfalts- und Überwachungspflicht oft durch eine Inspektion mittels Fernglases sichergestellt. Diese hat den Nachteil, dass die Vollständigkeit der Prüfung als auch die Qualität der Inspektion schwer sicherzustellen ist. Zudem kann keine exakte Dokumentation der Schadstelle hergestellt werden.

Durch die Drohneninspektion erhalten Betreiber von jedem Quadratzentimeter ihres Turms ein hochauflösendes Foto, das in einem Bericht zusammengefasst und von Experten bewertet wird. Diese Berichte sind so genau und prozessstabil, dass sie hier auch einen Schadensfortschritt über vergleichende Inspektionen darstellen kann. Dies ist für die Planung von weiteren Maßnahmen von zentraler Bedeutung. Auch die Beweissicherung gegenüber Dritten ist so hervorragend sichergestellt.

Wie lange dauert eine Inspektion, wie viele Aufträge/Türme können Sie täglich oder jährlich anbieten? Genügen Stichproben einzelner Türme oder müssen Sie alle Türme in einem Windpark abfliegen?
Matthes Schachtner: Die Inspektion vor Ort dauert nur ca. 1 Stunde je Anlage, anschließend findet die Berichtserstellung durch die Experten im Büro statt. Aus den oben beschriebenen Gründen sollte immer eine vollumfängliche Turminspektion durchgeführt werden. Aufbau, Anreise und Technikbeschaffung sind hier eher die Kostentreiber. Wenn es mehrere Anlagen desselben Typs im Windpark gibt, sollte stets jede der Anlagen beflogen werden, wenn es Verdachtsmomente oder sogar festgestellte Schäden gibt.

Auch für Weiterbetriebsinspektionen oder zustandsorientierte Inspektionen empfiehlt sich eine entsprechende Betrachtung. Hier könnte man auch nur eine WEA inspizieren, bei der Größe der Investitionsentscheidungen in solchen Fällen gehen die Mehrkosten für die Turminspektion kaum ins Gewicht und es empfiehlt sich diese Prüfung an allen Anlagen durchführen zu lassen.

 

Welche Zertifizierungen bekommen Ihre Kunden durch so eine Drohneninspektion? Zu welchem Zeitpunkt sollten diese Inspektionen stattfinden? Was werden sie kosten?
Matthes Schachtner: Unsere Kunden erhalten eine 100%-ige Inspektion der Turmaußenhaut. Außerdem erhält man einen Bericht, in dem alle Schäden und Auffälligkeiten dokumentiert und nach gängigen Normen und Standards bewertet sind. Kostenintensiv sind bei den Inspektionen die Anreisekosten der Inspekteure, die deutschlandweit unterwegs sind. Daher macht es Sinn die Inspektion gekoppelt mit anderen Prüfungen an der Anlage durchzuführen. Dies können Maschineninspektionen (H1, H2, WKP, WWKP, BPW, ZOP) oder auch Rotorblattinspektionen sein. In diesem Fall kostet die Drohneninspektion dann nur 400€ pro Windenergieanlage. Bei größeren Windparks können wir die Kosten sogar noch weiter senken.

Wir bedanken uns recht herzlich für das interessante Interview und wünschen euch weiterhin viel Erfolg im Windfeld!
 


Innovativ und nachhaltig: ENERTRAG Betrieb errichtet neues Bürogebäude am Standort Edemissen

Im niedersächsischen Edemissen entsteht in den kommenden Monaten ein repräsentativer Bürokomplex. Neben dem Firmenhauptsitz der ENERTRAG Betrieb GmbH im brandenburgischen Dauerthal, errichtet das Unternehmen auf einer Fläche von rund 8.000 m² ein neues Bürogebäude in Edemissen. Am 21.03.2024 fand der offizielle Spatenstich mit den Beteiligten statt.

Besonders stolz ist man beim neuen Bürogebäude in Edemissen auf die Ideen und Konzepte der Bauplaner. Innovative Energieversorgungskonzepte sowie Nachhaltigkeit im Bau durch überwiegende Verwendung von Holzbaustoffen sind Bestandteil des Konzepts. „Die umweltfreundliche Bauweise des Neubaus ist uns sehr wichtig. Deshalb haben wir uns bewusst für die Holzbauweise entschieden. Nur wo aus statischen oder bauphysikalischen Gründen keine Holzbauteile verwendet werden können, wird auf andere Konstruktionsweisen zurückgegriffen. Geheizt wird mit Wärmepumpe und Photovoltaik-Modulen, die auf allen geeigneten Flächen des Gebäudes angedacht sind. Sie werden vor allem in den sonnenintensiven Monaten die Stromspeicher zur Eigennutzung füllen“, berichtet Michael Dahm, Geschäftsführer von ENERTRAG Betrieb.

Das neue Bürogebäude soll planmäßig in der zweiten Jahreshälfte 2025 fertiggestellt werden und die Region langfristig mit weiteren Arbeitsplätzen in einer stetig wachsenden Zukunftsbranche versorgen.

Wir haben uns bewusst für die Holzbauweise entschieden. Nur wo aus statischen oder bauphysikalischen Gründen keine Holzbauteile verwendet werden können, wird auf andere Konstruktionsweisen zurückgegriffen.

Michael Dahm

Geschäftsführer

ENERTRAG Betrieb


Short News

Das Wichtigste von ENERTRAG auf einen Blick!

  • Mit einer Leistung von 500 kWp sind diese Beschattungen an das öffentliche Stromverteilungsnetz angeschlossen und ergänzen die 18 MWp des nahe gelegenen Windparks Bagatelle. Neben der Erzeugung von Photovoltaik schützen Parkdächer geparkte Fahrzeuge vor schlechtem Wetter (Regen, Hagel etc.) und hohen Temperaturen.

    ENERTRAG hat 25 Bäume lokaler Arten gepflanzt, die dazu beitragen, einem Teil des Parkplatzes natürlichen Schatten zu spenden und die landschaftliche Integration des Projekts zu verbessern. ENERTRAG Betrieb wird sowohl die technische Betriebsführung für die 500 KWp Dachanlage, als auch für den angrenzenden Freiflächenpark mit 15 MW übernehmen. Die Inbetriebnahme ist für Ende des Jahres geplant!

  • Auch in diesem Jahr sind wir vom 14. bis 15.05.2024 wieder auf der Konferenz Service - Instandhaltung – Betrieb des Bundesverband WindEnergie e.V. im Gastwerk Hotel Hamburg als Sponsor zu finden.

    Zudem wird Matthes Schachtner, Leiter Technische Dienste, in einem Vortragspart über die Blitzschutzprüfung per Drohne und Praxisbeispiele aus dem Windfeld berichten. Er gibt einen Überblick zur Funktionsweise des Verfahrens und dessen Akzeptanz, die Bedeutung von Testläufen und Anpassungen und Verbesserungen in der Hardware für präzisere Messungen und längere Einsatzzeiten.

    Wir freuen darauf, Sie in der Hansestadt an unserem Ausstellerstand zu begrüßen.

    Hier geht es zur kostenpflichtigen Anmeldung: Service - Instandhaltung - Betrieb - Programm - 14.05.2024 - 15.05.2024 | bwe-seminare.de

  • Einen unvergesslichen Abend hatten unsere Mitarbeiter auf dem 13. Hasewind-Stammtisch am 15. April 2024 in Osnabrück.

    Der Netzwerk-Abend an dem der Mensch im Mittelpunkt stand – ganz nach unserem Motto: „Eine gute Verbindung misst man nicht in Kilobyte!“ hat wieder einmal Stärken gebündelt und Kooperationen gefördert.

    Vielen Dank für die Organisation. Wir freuen uns bereits auf das kommende Jahr.



Team Sicherheitstechnik eröffnet Warenlager in Strasburg

Willkommen im neuen Domizil: das Team der Sicherheitstechnik hat das neue Warenlager bezogen. Mit einem umfangreichen Bestand an Ersatzteilen können sie Kleinstreparaturen schnell und unkompliziert durchführen. Das Team hält hier viele Komponenten beispielsweise für Reparaturen an Leitern, Aufzügen oder Kränen vor. Aufgrund der vielen verschiedenen Anlagenmodelle macht es die Lagerung umfangreich und war für ENERTRAG Betrieb daher der nächste logische Schritt. Die offizielle Einweihung des Warenlagers fand am 19.04.2024 in Strasburg in der schönen Uckermark statt.

Bereits seit einem Jahr hat ENERTRAG Betrieb das Dienstleistungsportfolio um Sicherheitsprüfungen erfolgreich erweitert. Dank der vielfältigen Angebote an Inspektionen, die ENERTRAG Betrieb unkompliziert und aus einer Hand anbietet, können Inspektionspläne optimiert werden. Das bedeutet: eine noch effizientere Tourenplanung und dadurch reduzierte Kosten für Betreiber von Windenergieanlagen. Neben den eigentlichen Sicherheitsprüfungen gehört auch das Beheben von ggf. entdeckten Mängeln zur neuen Dienstleistung. So sparen sich Kunden zusätzliche Anfahrten, Administrationsaufwand und Stillstandszeiten. Im Rahmen der Sicherheitsprüfungen neu angeboten werden auch Sachkundeprüfungen (inkl. Steigleiter, Steigschutz, Krananlage, Rettungsgerät, Verbandkasten, Feuerlöscher, Anschlagpunkte, PSAgA, wahlweise mit oder ohne Servicelift) sowie ZÜS-Prüfungen an Service-Aufzügen sowie entsprechende Reparaturen. Sicherheitsprüfungen sind an jeder Windenergieanlage jährlich durchzuführen und laut DGUV vorgeschrieben.

In den ersten vier Monaten dieses Jahres war das Team über 750 Mal im Einsatz. Darunter waren 421 Sachkunde-Prüfungen, 177 ZÜS-Prüfungen und 161 Einsätze für Reparaturen und Wartungen. Hut ab und Sicherheitshelm auf! 

Abbestellen

Newsletter Abbestellen

Page 1

Impressum


ENERTRAG Betrieb GmbH | Gut Dauerthal | 17291 Dauerthal | Büro: Eddesser Str. 8 | 31234 Edemissen
Tel. +49 (0) 39854 6459 200 | E-Mail: betrieb@enertrag.com | betrieb.enertrag.com


Handelsregister: Neuruppin HRB 9293 | Geschäftsführer: Matthias König, Michael Dahm
Umsatzsteueridentifikationsnummer DE814477632


Akkreditierte Qualität: ENERTRAG Betrieb ist Ihr ausgezeichneter Partner. ENERTRAG Betrieb GmbH
ist eine durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) nach DIN EN ISO/IEC 17020 akkreditierte
Inspektionsstelle des Typs C für den in der Urkundenanlage D-IS-18273-01-00 festgelegten Umfang.


enertrag.com/datenschutz