ENERTRAG BetriebsNews 2/23

Im Messe-Modus

Transforming Energy ist das Motto der diesjährigen Messe. Auch wir befinden uns gerade in einem Transformationsprozess, und das spiegelt sich auch in der Themenauswahl der aktuellen BetriebsNews wider: Heute sprechen wir über neue Learnings der Inspektionsstelle beim innovativen Thema Drohnen und dem Einsatz im Feld.

Wir schauen außerdem rüber in unser Nachbarland und auf die positiven Entwicklungen unserer französischen Kolleginnen und Kollegen aus Betriebsführung und Betriebsüberwachung. Außerdem dabei sind wie gewohnt unsere ShortNews.

Ich freue mich auf die kommende, wie immer spannende Zeit mit Ihnen und wünsche bis dahin viel Spaß beim Lesen!

Innovative Drohnentechnologie von ENERTRAG Betrieb bei OVAG im Einsatz

Blitzschutz - Effizient und kostengünstig

Anfang Juli kam in den OVAG-Windparks Kefenrod und Ulrichstein-Platte unser neues Verfahren zum Einsatz: Die Funktionstüchtigkeit des Blitzschutzes von sieben ENERCON-Anlagen wurde per Drohne überprüft.

Das Blitzschutzsystem einer Windenergieanlage besteht aus Rezeptoren in den Rotorblättern und einer sogenannten Ableitstrecke, die die Ladung bei einem Einschlag in die Erde ableitet. Ein an der Drohne befestigtes Feldstärkemessgerät misst eine mittels Hochspannungsgenerator an der Blattwurzel angelegte Spannung entlang der Blitzschutzleitung des Rotorblattes. Im Falle einer Unterbrechung kann diese anhand der erhobenen Daten lokalisiert werden.

„Bisher wurden die Prüfungen durch Sachverständige mittels Seilzugangstechnik, bzw. Rotorblattbühne, durchgeführt.“, erklärt Gerold Krause von der OVAG-Tochter HessenEnergie, die die Anlagen technisch betreut. Die Prüfung per Drohne sei sowohl kostengünstiger als auch schneller. Auch die Höhe der Windkraftanlage oder die Länge der Rotorblätter spielten dann keine Rolle mehr. Während eines einzigen Drohnenfluges können zudem hochauflösende Bilder für die optische Blattzustandsinspektion aufgenommen werden. Das Messverfahren ist vom TÜV-Nord geprüft und erfüllt sämtliche rechtlichen Anforderungen.

Die Prüfung des Blitzschutzes per Drohne soll künftig auch bei weiteren Anlagen zum Einsatz kommen, auch die Rotorblattinspektionen könnten künftig per Drohne erfolgen. „Die Anlagen werden tendenziell immer größer. Moderne Anlagen haben teilweise Nabenhöhen von über 150 Metern und Rotordurchmesser von bis zu 180 Metern. Anlagen dieser Größe sind mit Seilzugangstechnik aus sicherheitstechnischen Gründen nur mit sehr hohem Aufwand überprüfbar. Deshalb ist es sinnvoll, hier nach effizienten Alternativen zu suchen – und die bietet uns der Einsatz von Drohnen“, sagt Krause.

Buchen auch Sie einen Drohnenflug für Ihren Windpark und profitieren Sie von klugen Kombinationen bei der Prüf- und Inspektionsplanung und somit kürzeren Stillstandszeiten. Die Höhe Ihrer Windkraftanlage oder die Länge der Rotorblätter spielt ab sofort keine Rolle mehr.


Blitzschutz per Drohne: In 365 Tagen zum Serieneinsatz

Unsere Drohnen sind nun seit 365 Tagen erfolgreich im Einsatz. In enger Zusammenarbeit mit den Inspekteuren der akkreditierten Inspektionsstelle von ENERTRAG Betrieb wurde das Drohnen-Equipment innerhalb des vergangenen Jahres sukzessive geschrumpft, damit die Arbeit im Windfeld erleichtert wird und vor allem auch externe Inspektionsfirmen von der neuen Technologie in einem ausgeklügelten Lizenzmodell profitieren können.

Aus Multi-Stop wird Single-Stop
In der akkreditierten Inspektionsstelle von ENERTRAG Betrieb eingeführt und im Jahr 2022 vom TÜV Nord validiert, wird in enger Abstimmung mit den eigenen Inspekteuren auf Hochtouren weiterentwickelt. Bisher wird jedes Blatt einzeln in 6-Uhr-Position beflogen. Mit der neuen Single-Stop-Variante wird der Rotorstern auf 12-Uhr ausgerichtet und alle Rotorblätter nacheinander abgeflogen. 
Die direkte Inspektionszeit lässt sich so von ungefähr einer Stunde pro Windenergieanlage auf nur 15 Minuten reduzieren. Es entfällt sowohl das aufwendige Drehen des Rotors bis sich das jeweils nächste Rotorblatt in 6-Uhr-Position befindet, als auch das mehrfache Starten und Landen der Drohne. 

Anschlusskomplexität vereinfacht
Ein weiterer wichtiger Baustein war es die Anschlusskomplexität zu reduzieren, denn je nach Technologieausrichtung und zum Teil Anlagenhersteller gibt es unzählige Varianten. Aktuell wird im Unternehmen in Flach- und Ringadapter sowie dem Anschluss via Prüfspitze unterschieden, damit der Einsatz im Windfeld möglichst schnell und anwenderfreundlich geschehen kann. Zudem wird der Adaptereinsatz auf das neue Single-Stop-Flugverfahren der Drohne ausgerichtet. Dafür sind drei Adapter je Windenergieanlage notwendig, da diese dann gleichzeitig im Einsatz sind. Hierfür wird eine neue Kabeltrennstelle ins System inkludiert, um das zu transportierende Material gering zu halten und gleichzeitig Kosten zu sparen. Die erprobten Adaptertypen werden aktuell für eine Serienproduktion vorbereitet und zu einem handlichen LPS-Adapterset zusammengefasst. 

Hardwareumfänge reduziert
In einem weiteren Schritt stehen robustes Design, anwenderfreundliche Bedienung und eine effiziente Integration in bestehende Arbeitsprozesse im Vordergrund. Denn für eine bessere Transportlogistik musste auch die Hardware deutlich schrumpfen. So wurde die Drohne mit einem neuen Feldstärkemessgerät ausgestattet. Zudem ist ein kleinerer Frequenzwandler entstanden, der Bestandteil einer neuen, vollintegrierten LPS-Box ist, die alle anderen Funktionen inkludiert. Das erforderliche Equipment kann so mit dem Team im Lift mitgeführt und der Einsatz eines Krans in einem gesonderten Arbeitsschritt umgangen werden.

Was als innovatives Konzept begann, bietet Betreibern heute den effizienteren und exakteren Weg, die Rotorblattinspektion inklusive Blitzschutzprüfung zu vereinheitlichen und weiterhin die Anforderungen für den Versicherer zu gewährleisten. Für Matthes Schachtner und sein Team ist nach über 300 absolvierten Drohnenflügen innerhalb eines Jahres klar: Mit den hier vorgestellten Prototypen zeichnet sich das Endprodukt der 2in1 LPS Inspection deutlich ab. Es ist komfortabel einzusetzen, integriert sich hervorragend in die Inspektionstätigkeiten bei der Arbeit an Windenergieanlagen und bietet Problemlösungen für Großanlagen, für die es bisher keine Antworten gab. 

Sie möchten noch mehr Informationen zu den neuen Möglichkeiten, die professionelle Bildauswertung bereits heute und in Zukunft bietet? Dann haben wir eine Verabredung auf der HUSUM Wind in Halle 5 an Stand A19.

Komfortabel einzusetzen. Besticht zudem durch die hervorragende Integration in die Inspektionstätigkeiten während der Arbeit an Windenergieanlagen.

Matthes Schachtner

Leiter Technische Dienste

ENERTRAG Betrieb


Short News

Das Wichtigste von ENERTRAG auf einen Blick!

  • Inspekteure in Schweden

    Das war schwedisch und heißt so viel wie: Unsere Inspekteure sind jetzt auch in Schweden unterwegs! Im Mai fuhren Kevin Gering und Stefan Linsa rund 800 km in den Norden, um die Rotorblattinspektion inklusive Blitzschutzmessung in Kombination mit einer Gewährleistungsprüfung an vier Siemens SWT 4.1 durchzuführen. „Nicht nur unser Dienstleistungsportfolio wächst stetig, auch unser Einsatzgebiet weitet sich zunehmend aus“, freut sich Matthes Schachtner, Leiter Technische Dienste, über den Auftrag aus Skandinavien.

    ENERTRAG Betrieb prüft Anlagen in Deutschland, Frankreich, Polen und anderen europäischen Ländern nach den gültigen Standards. Sprechen Sie uns gerne an!

  • Am 27. April 2023 lud ENERTRAG Betrieb zur Live-Vorführung der Drohneninspektion ein. Start war um 14:00 Uhr in Schwüblingsen/Oelerse, an einer Vestas V136 der WindStrom Unternehmensgruppe, an der wir das Verfahren demonstrieren durften. Insgesamt rund 20 Interessierte folgten der Einladung und überzeugten sich bei bestem Wetter live von der Rotorblattinspektion & Blitzschutzmessung per Drohne: Sie verfolgten zunächst den Flug der Drohne und hatten im Anschluss die Gelegenheit, sich die Technik am Boden genauer anzugucken und in die Ergebnisse des Fluges auf dem Laptop zu blicken. Zudem gab es reichlich Raum für offene Fragen, die unser Inspektionsteam um Matthes Schachtner, Leiter Technische Dienste, aufgeklärt hat. Ebenfalls mit von der Partie: Unser Kooperationspartner Sulzer Schmid Laboratories AG, die insbesondere zu den Themen Datenauswertung und Schadensfortschrittsanalysen berichten konnten. Im Anschluss an einen erfolgreichen, sonnigen Tag im Windfeld gab es ein Dinner, bei dem, neben einem Impulsvortrag von Marc Hoffmann, Networking und offener Austausch im Fokus standen.

  • Erst vor kurzem war unsere Key-Account-Managerin Anne Sommer auf dem 6. „Wind Farm Operators Forum“ (WFOF) in Danzig und führte zahlreiche Gespräche mit polnischen Betreibern. Ende Mai diesen Jahres ging es dann für drei Tage in der Schweiz. Von Basel aus besuchte sie 5 Großbetreiber und informierte vor allem über den Einsatz von Drohnen bei der Rotorblattinspektion inkl. Blitzschutzmessung und welche Chancen sich damit für Windparkbetreiber ergeben. Gesprächspunkte waren zudem die vermeintlich unklare Definition von Anforderungen an Gefährdungsbeurteilungen und die Berechnung der Übergewinnabschöpfung und wie ENERTRAG Betrieb hier beratend zur Seite stehen kann.


Allez Allez - Französisches Team auf Erfolgskurs

ENERTRAG Betrieb zieht eine positive Bilanz in Bezug auf die festgelegte Wachstums- und Expansionsstrategie in Richtung des französischen Marktes. Bereits in 2021 hat ENERTRAG Betrieb im französischen Amiens, nördlich von Paris, eine zusätzliche Leitwarte zur Überwachung von Windparks eröffnet. Die neue Nähe bietet zahlreiche Vorteile, darunter kürzere Anfahrtszeiten der Techniker sowie eine flüssigere und transparentere Informationskette in der Landessprache. Wir haben mit Simon Segard, Leiter Betriebsüberwachung, und Bayard Benamou, Leiter Betriebsführung, in einem Interview über die positiven Entwicklungen gesprochen.

Was ist das Besondere an eurer Arbeit? Welche Neuigkeiten gibt es im Betriebsmanagement und wie sehen die Entwicklungen im Bereich Drohnentechnologie aus? 

Die Interviewpartner:

-> Simon Segard,
     Teamleiter Betriebsüberwachung
-> Bayard Benamou
     Teamleiter Betriebsführung

Wir haben nachgefragt und wollten wissen, wie das Team in Frankreich aufgestellt ist? 
Simon Segard: Unser Inspektions- und Überwachungsteam besteht aktuell aus fünf erfahrenen Technikern, die zuvor bei Herstellern oder Serviceanbietern, wie Enercon, Vestas, Windpark Service oder 8.2 gearbeitet haben, und zahlreiche Spezialisierungen im Bereich Generatorreparatur, HV-Fehlersuche oder Blattinspektion per Seil mitbringen.
Bayard Benamou: Die Betriebsführung besteht aus einem 8-köpfigen Team und zwar 7 technischen Leitern und einem Assistenten der Betriebsabteilung. Bis Ende des Jahres möchten wir die Abteilung um eine weitere Person erweitern.

Für wie viele Anlagen seid Ihr zuständig? 
Simon Segard: Aktuell sind wir für 233 Windkraftanlagen zuständig, einschließlich der Fernüberwachung und Vor-Ort-Inspektionen hierzu zählen wir auch visuelle Inspektionen sowie Rotorblattinspektionen und Blitzschutzprüfungen per Drohne. Das bedeutet 362 visuelle Inspektionen, 240 Blattinspektionen und 69 Blitzschutzprüfungen für dieses Jahr.
Bayard Benamou: Das Team betreibt 44 Windparks - 233 Windturbinen - 536 MW. Mehr als 50 % der Windparks, die wir betreiben, gehören externen Kunden.

Was treibt euch bei der täglichen Arbeit an?
Simon Segard: Die neue Herausforderung, neue Produkte zu entwickeln und unsere Kunden zufrieden zu stellen. Das Unternehmen wachsen zu sehen und Enertrag als einen wichtigen Akteur in Frankreich zu etablieren.
Bayard Benamou: Wir schätzen die konkreten und sinnvollen Aspekte unserer Arbeit, indem wir einen Beitrag zur Versorgung mit grüner Energie leisten und den reibungslosen Betrieb von Energieerzeugungsanlagen sicherstellen. Außerdem herrscht bei uns eine tolle Arbeitsatmosphäre. Wir sind ein junges Team mit starkem Teamgeist und einer straffen Organisation, die eine positive Arbeitsdynamik schaffen.

Welche Visionen habt Ihr für die Zukunft? 
Simon Segard: Solarparks werden in den nächsten Monaten in das französische Portfolio aufgenommen, das wird für unser Team sehr neu sein, da wir darin bislang kaum Erfahrung haben, es ist eine neue Herausforderung! Wir werden auch unsere neue Netzstation in Frankreich inspizieren. Und auch Drohnen sind für uns keine Zukunftsmusik, denn sie werden bereits für die Inspektion von Rotorblättern und Blitzschutz eingesetzt.
Bayard Benamou: Wir sind dabei, unsere Aufgaben zu diversifizieren. Vor kurzem haben wir mit der Überwachung unserer ersten Netzstation begonnen und Ende des Jahres sollten wir auch unseren ersten PV-Park in Betrieb nehmen. Diese Projekte sind aufregend und werden viel Arbeit in Bezug auf die Ausbildung/Lernen und die Implementierung von Prozessen zur Definition dieser neuen Aufgaben erfordern.

Gibt es abschließend noch eine lustige „Alltags-Anekdote“ aus den letzten Monaten?
Bayard Benamou: Wir arbeiten mit lokalen Partnern zusammen, um die Standorte unserer Windparks regelmäßig zu überwachen. Die Kuh einer unserer lokalen Kontaktpersonen brachte vor kurzem ein Kalb zur Welt, und unser lokaler Partner beschloss, diesem Kälbchen den Namen eines Enertrag-Mitarbeiters aus dem Team zu geben:)

Wir bedanken uns recht herzlich für das interessante Interview und wünschen euch weiterhin viel Erfolg!
 


Abbestellen

Newsletter Abbestellen

Page 1

Impressum


ENERTRAG Betrieb GmbH | Gut Dauerthal | 17291 Dauerthal | Büro: Eddesser Str. 8 | 31234 Edemissen
Tel. +49 (0) 39854 6459 200 | E-Mail: betrieb@enertrag.com | betrieb.enertrag.com


Handelsregister: Neuruppin HRB 9293 | Geschäftsführer: Matthias König, Michael Dahm
Umsatzsteueridentifikationsnummer DE814477632


Akkreditierte Qualität: ENERTRAG Betrieb ist Ihr ausgezeichneter Partner. ENERTRAG Betrieb GmbH
ist eine durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) nach DIN EN ISO/IEC 17020 akkreditierte
Inspektionsstelle des Typs C für den in der Urkundenanlage D-IS-18273-01-00 festgelegten Umfang.


enertrag.com/datenschutz